Es ist kurz vor 11 Uhr an einem sonnigen Frühsommermorgen. Mit dem großen Schlüssel schließt Wolfgang Gräßer das eisenbeschlagene Tor des Spritzenhauses in der Homberger Ortsmitte auf.  Kurz darauf erklingt das allmorgendliche Glockengeläut, das bis in die nahegelegenen Wälder der Umgebung zu hören ist.

Jeden Morgen und jeden Abend (im Sommer um 18 Uhr, im Winter um 17 Uhr) läutet Wolfgang Gräßer die gusseiserne Dorfglocke, an deren Seil er bis zu 80mal zieht, ehe das Geläut langsam verstummt.

Früher arbeiteten viele Dorfbewohner den ganzen Tag auf den umliegenden Äckern und Feldern. Weil viele keine Uhr besaßen, wurde zur Mittags- und Abendzeit geläutet, damit die Bauern wussten, wann Essens-, bzw. Feierabendzeit war.

Früher ging es im Spritzenhaus geschäftiger zu. Wo heute noch das Glockenläuten aus vergangenen Zeiten Bestand hat, stand einst eine Viehwaage. Vor jedem Schlachten im Ort wurde hier vom Metzger das Schlachtvieh gewogen. Dabei war es die Pflicht des Dorfschützes, beim Wiegen dabei zu sein, wofür ihm eine Vergütung erstattet wurde. 

 

 

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